Die Wahl der richtigen Heckenpflanze

Gemütlich auf der Terrasse sitzend, den Blick durch den Garten schweifen lassen. Schade nur, wenn der harmonische Anblick durch öde Gartenzäune oder kahle Mauern des Nachbarhauses unterbrochen wird. Sorgen Sie mit der richtigen Heckenpflanze für einen natürlichen und langlebigen Sichtschutz.

Immergrün, schnellwachsend, oder farbenfroh?
Die Wahl der richtigen Heckenpflanze ist, wenn man die Sortenvielfalt betrachtet, gar nicht so einfach. Je nach persönlichem Geschmack können Sie zwischen einer immergrünen Hecke und einer Pflanze mit farbwechselndem Laub wählen.

Einen immergrünen Sichtschutz erlangen Sie z.B. mit der Pflanzung eines Lebensbaumes. Diese pflegeleichte sowie robuste Pflanze ist besonders schnittverträglich und standorttolerant. Selbst mit kleinem Budget ist die Anschaffung einer Lebensbaum-Hecke möglich.

Wer eine elegantere Variante für seinen Garten vorzieht, ist mit einer Eibe gut bedient. Sie sorgt mit ihrem weichen dunkelgrünen Nadelkleid für edle Abwechslung.

Eine schnellwachsende und ebenfalls immergrüne Alternative sind die Kirschlorbeer und die Liguster. Im Frühjahr erfreut der Kirschlorbeer Ihr Auge mit cremeweißen, kerzenförmigen Blütenständen. Im August bringt er mit kleinen, roten Steinfrüchten Farbe in das sattgrüne Laub. Ähnlich verhält sich der Liguster, der mit gelblichweißen Blütenrispen und meist schwarzen Beeren ein beliebter Treffpunkt für Bienen und Vögel ist.

Wer einen auffälligeren Sichtschutz möchte, kann sich für eine der folgenden Buchen entscheiden. Die Hainbuche wirft ihr Laub im Winter ab. Die sommergrünen Blätter mit ihren kleinen Zacken färben sich dabei vorher im Herbst in ein leuchtendes Gelb.

Einen ebenfalls schönen Farbwechsel bieten die Blut- und Rotbuchen. Beide vertragen Sonne und Schatten gleichermaßen und lassen sich aufgrund ähnlicher Pflegevoraussetzungen hervorragend nebeneinander pflanzen. Der Unterschied liegt lediglich in der Blattfärbung. Während die Blutbuche bereits im Frühjahr von knallig blutroten Blättern gekleidet ist, trägt die Rotbuche vorerst grünes Laub, bevor sie im Herbst ihre Farbe zu einem interessanten Rotbraun wechselt. Beide Arten behalten im Winter ihr bräunliches Laub, welches kleinen Tieren in der Kälte Zuflucht gewährt.

Wurzelware oder Containerware – das sind die Vor- und Nachteile
Haben Sie die passende Pflanze gefunden, müssen Sie nur noch den richtigen Pflanztermin beachten. Aktiv sollten Sie bei der Pflanzung bestenfalls im frühen Herbst werden. So haben die Pflanzen noch die Möglichkeit, ihre Wurzeln auszubilden, bevor der Frost eintritt. Dies ist vor allem bei frostempfindlicheren Sorten wie z.B. der Kirschlorbeer wichtig.

Bei Heckenpflanzen steht spätestens bei der Kaufentscheidung die Frage im Raum ob man sich für Wurzelware (Pflanzen ohne Ballen und ohne Topf – wurzelnackt) oder Containerware (Pflanzen im Topf gewachsen) entscheidet.
Die kostengünstige Wurzelware ist im Freiland gewachsen und kommt so meist ballenlos daher. Diese Heckenpflanzen werden dann oft bereits im Herbst in den Baumschulen gerodet und sind deshalb zu diesem Zeitpunkt frischer bei dem Ankauf. Die Pflanzung erfolgt somit direkt im Herbst, oder im Frühjahr noch vor dem Austrieb.
Zu beachten ist hier, dass Wurzelware durch den fehlenden Ballen schneller und leichter austrocknet und sollten kurz nach dem Kauf sorgfältig eingeschlagen oder direkt eingepflanzt werden. Denn schon nach kurzer Zeit können bei der Wurzelware die feinen, sehr wichtigen Haarwurzeln, durch Trockenheit absterben.

Das Einschlagen von Pflanzen bewahrt diese vor dem Austrocknen und ist eine traditionsreiche Technik indem Pflanzen in künstlichen Erdgruben oder Erdhügeln, den sogenannten Mieten, gelagert werden. Für längere Zeit oder auch nur für die Zwischenlagerung.

Um Heckenpflanzen oder Gehölze einzuschlagen wird zunächst eine ungefähr zwei Hände tiefe Rinne gegraben. Die dabei ausgehobene Erde wird auf einer Seite der Rinne als Wall gelagert. Die Heckenpflanze wird mit der Wurzel zuerst in die Rinne gelegt, so dass der Stamm auf dem kleinen Erdwall lagert. Als nächstes wird die Rinne gefüllt und die Rinne von der Wurzel bis zu dem unteren Stamm mit Erde bedeckt. Solange dann für den Einschlag eine schattige Stelle gewählt wurde, sind die Pflanzen vor dem vorschnellen Austrocknen sicher.

Im Gegensatz zu der wurzelnackten Ware ist die Containerware im großen Vorteil, dass sie ganzjährig, solange kein Frost im Boden ist, gepflanzt werden kann. Durch die Materialkosten ist die Containerpflanze im Vergleich zu der Wurzelware jedoch etwas teurer, bietet aber den pflegeleichten Vorteil nicht so schnell von Austrocknung betroffen zu sein. Können die Pflanzen nach dem Kauf also nicht unverzüglich eingepflanzt werden, stellen Sie diese an einen windgeschützten Ort dicht zusammen und gießen die Töpfe, je nach Wetterlage, regelmäßig.
Selbst in den Sommermonaten kann eine Hecke, die im Topf gewachsen ist, gepflanzt werden. Ein erhöhter Wasserbedarf ist macht die Heckenpflanzung zu dieser Jahreszeit allerdings etwas aufwendiger.

Für weitere Informationen zum Einpflanzen der Heckenpflanzen als Wurzelware und zur Containerware ist unter Pflanztipps noch einmal ausführlich eine nützliche Pflanzanleitung mit allen Details zu finden.

Die Hecke richtig einpflanzen und pflegen
Das Einpflanzen selber sollte auch bei Hecken gut vorbereitet sein:
Staunässe ist der auserkorene Feind einer jeden Hecke. Eine Gefahr, die im großen Stil durch Drainagen gelöst werden kann, aber auch für den Kleingärtner ist das Auflockern des Bodens durch Untermischen von Sand oder Kies eine gute Lösung. Den Boden vorher also sorgfältig auflockern.
In Neubaugebieten besteht das größte Problem in Bauschutt und sehr sandige Böden. Vor der Pflanzung gehört sowohl das Auflockern des Bodens sowie das großzügige Untermischen von Torf, oder optimal Komposterde zu der Vorbereitung.  Nach dem Pflanzen ist das Angießen ein Muss – dem Wachstum der hauseigenen Hecke steht so nichts mehr im Weg. Auf eine regelmäßige Wässerung sollte in den ersten Wochen, besonders in trockenen Jahreszeiten geachtet werden.
Ist die Hecke erst angewachsen, sind nur noch wenige Pflegearbeiten notwendig. Natürlich soll sie immer gut in Form bleiben, das heißt ein jährlicher Schnitt auf eine bestimmte Höhe und an den Seiten ist hier angebracht. Der Schnitt sollte im Sommer, wenn die Wachstumsphase und die Brutzeit vorbei ist, erfolgen.
Für ein gesundes Erscheinungsbild und kräftiges Wachstum bietet sich eine Düngung im Frühjahr an.
Werden diese Tipps beachtet steht der langjährigen Heckenfreude nichts mehr im Weg.

Zur Übersicht hier noch einmal die wichtigen Punkte für die Hecke:
1. Zuerst entscheidet man sich, welches Ziel mit der Heckenpflanzung verfolgt wird: Ein immergrüner Sichtschutz oder eine natürliche Gartenabgrenzung, die auch farbenfroh sein darf
2. Zu welcher Zeit soll gepflanzt werden
3. Den Boden vor der Pflanzung richtig vorbereiten
4. Regelmäßige Pflegearbeiten beachten

Egal, welche Heckenpflanze Ihren Geschmack entspricht, wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Pflanzen.

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